Lightroom: Reihenfolge entscheidet über Geschwindigkeit

Ich werde immer wieder gefragt, in welcher Reihenfolge man in Lightroom Bildkorrekturen anwenden soll, damit die besten Resultate erzielt werden. Die Antwort lautet:
Es spielt keine Rolle ABER: Die Reihenfolge der anzuwendenden Korrekturen haben sehr wohl einen Einfluss auf die Geschwindigkeit in Lightroom, nicht jedoch auf die Qualität des Endresultates.
Konkret bedeutet dies, dass Sie mit der Korrektur anfangen können, die Ihnen gerade am wichtigsten erscheint. Das Endresultat wird nicht besser oder schlechter aussehen, wenn Sie Korrektur X am Anfang oder Ende Ihres Lightroom-Workflows anwenden. Lightroom mag es aber unter Umständen gar nicht, wenn einzelne Korrekturen zu früh angewendet werden. Ist dies der Fall, kann sich die Geschwindigkeit des Programms unter Umständen deutlich verschlechtern.
Grundsätzlich sollten Sie daher die Korrekturen spät anwenden, die für Lightroom mit einem grossen Rechenaufwand verbunden sind. Ich gebe Ihnen hier einen Tipp, in welcher Reihenfolge Sie Korrekturen anbringen können, ohne dass Lightroom von Anfang an in die Knie geht:

  1. Korrekturen mit dem Bereichsreparatur-Pinsel: Grundsätzlich sollten diese Korrekturen möglichst früh erfolgen. Die Genauigkeit der Referenzwerte für die Korrekturpunkte ist besser, wenn vorher nicht noch andere Korrekturen angewendet wurden. Ausserdem erfolgt die Retusche deutlich langsamer, wenn Sie vorher noch dutzende andere Korrekturen angewendet haben. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass Lightroom es nicht mag, wenn Sie hunderte Punkte mit dem Bereichsreparatur-Pinsel anwenden. Wenn dies der Fall ist, sollten Sie Photoshop bevorzugen!
  2. Objektivkorrekturen, Upright-Korrekturen, manuelle Verzerrungskorrekturen.
  3. Globale Farb- und Tonwertkorrekturen wie Weissabgleich, Belichtung usw. Sie können diese Korrekturen auch ganz am Anfang vornehmen, wenn Sie das bevorzugen.
  4. Lokale Korrekturen wie Verlaufsfilter oder Anpassungen mit dem Korrekturpinsel sollten erst sehr spät im Workflow erfolgen.
  5. Die ganzen Detailkorrekturen (Schärfen, Rauschreduzierung) sind für Lightroom extrem kompliziert zu berechnen (weil die Routinen denen von Photoshop um Welten überlegen sind). Wenden Sie eine globale oder selektive Schärfe bzw. Rauschreduzierung erst am Ende auf Ihr Bild an. Wenn Lightroom chronisch langsam ist, können Sie sich auch eine Vorgabe erstellen, mit dessen Hilfe alle Regler im Detail-Bereich zuerst auf 0 gesetzt werden.

Herzliche Grüsse

Ihr/Euer Michel Mayerle, www.ulrich-media.ch

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